Aachener Zeitung/Aachener Nachrichten  26.01.2001

Ein Beruf mit vielen Arbeitsfeldern
Erzieherin: Entwicklungsmöglichkeiten und Bedürfnisse von Kindern erkennen

Das Ziel der Ausbildung zur „Staatlich anerkannten Erzieherin" an einer Fachschule für Sozialpädagogik ist die Befähigung, Erziehungs-, Bildungs- und Betreuungsaufgaben zu übernehmen, um in allen sozialpädagogischen Bereichen als Erzieherin selbständig, eigenverantwortlich und zielorientiert tätig zu sein.
Die dreijährige Ausbildung setzt sich aus einer mehr fachtheoretisch orientierten zweijährigen Schulausbildung (inklusive 16 Wochen Praktikum) und einer einjährigen mehr fachpraktisch ausgerichteten Ausbildung (bis auf 160 Stunden Begleitunterricht) in einer Praxiseinrichtung zusammen.
In dieser Zeit soll eine berufliche Handlungskompetenz erworben werden, die in gleicher Weise Fach-, Methoden- und Sozialkompetenz verknüpft. Neben dem Berufsabschluss kann auch die Fachhochschulreife erworben werden, da der Kanon der bisherigen 12 Ausbildungsfächer um die beiden Fächer Englisch und Mathematik erweitert worden ist. Ein wichtiger Grundsatz der Ausbildung ist die Frage nach der praktischen Umsetzbarkeit des in der Schule vermittelten Wissens.
Voraussetzung für die Aufnahme ist ein mittlerer Bildungsabschluss und eine abgeschlossene Berufsausbildung oder eine als gleichwertig anerkannte Qualifizierung (zum Beispiel Vorpraktikum). Der Nachweis der Erzieherausbildung ist für viele Berufe eine Eingangsvoraussetzung, so zum Beispiel für Heilpädagogik oder Motopädie. Der Beruf bietet mit entsprechender Fort- und Weiterbildung den Einstieg in eine Vielzahl von weiteren pädagogischen Arbeitsfeldern - bis hin zur Selbständigkeit.
Eine Erzieherin sollte unter anderem die Entwicklungsmöglichkeiten und Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen in den verschiedenen Altersstufen erkennen und entsprechende pädagogische Angebote planen, durchführen, dokumentieren und auswerten können, ganz gleich, ob sie nun zum Beispiel im Kindergarten oder Hort, im Kinderheim/-dorf oder Kinderkrankenhaus/ -erholungsheim, ob sie im Bereich der außerschulischen Freizeitbeschäftigung auf Spielplätzen oder in einer OT, in Schulen oder Wohngemeinschaften arbeitet.
In jedem Fall muss sie ein Kind in seiner unverwechselbaren Personalität sehen, selbst aber auch über ein hohes Maß an pädagogischer Integrität verfügen. Zur Erfüllung ihrer zunehmend familienergänzenden, aber auch familienunterstützenden Arbeit sollte sie über eine entsprechende Kommunikationsfähigkeit verfügen. Kenntnisse von sozialen und gesellschaftlichen Zusammenhängen befähigen sie, die Lage von Kindern, Jugendlichen und Eltern erfassen und Unterstützung in Konfliktsituationen zu leisten.
Die Bischöfliche Clara-Fey-Schule (Tel. 0241/604352) bietet in der Michaelsbergstr. 36 in Aachen in einer parkähnlichen Umgebung ausschließlich interessierten BewerberInnen für die ErzieherInnenausbildung die Möglichkeit, im Rahmen überschaubarer Lerngruppen sich gezielt auf diesen Beruf vorzubereiten. Falls Bewerber zu Beginn der Ausbildung schon über gute Fremdsprachenkenntnisse verfügen, wird für diese Gruppe die Möglichkeit angestrebt, einen Teil des Berufspraktikums im Ausland zu absolvieren.