Aachener Zeitung Nr. 235
Natur als ideale Lehrmeisterin
Aktion der Clara-Fey-Schule fordert von Kindern besondere Kreativität

Von Cornelia Frings
Aachen. „Kreativer Herbst!" So der Name der Aktion, die jetzt Schülerinnen der Clara-Fey-Schule gemeinsam mit Kindergartenkindern des angrenzenden Clara-Fey-Kindergartens in Angriff nahmen. Dabei sollten die angehenden Erzieherinnen insbesondere mit der Integration von Theorie und Praxis vertraut gemacht werden, indem sie zusammen mit den Kindern mit Naturmaterialien arbeiteten. Vorrang war bei diesem Projekt, die Kinder für diese Naturmaterialien zu sensibilisieren. „Plötzlich werden Dinge interessant, die normalerweise als Abfall gelten und weggeschmissen werden", so Uschi Lengersdorf, Lehrerin an der Clara-Fey-Schule.
Wichtig war, dass den Kindern keine Anweisungen bei der Gestaltung ihrer Figuren mit Ästen und Blättern vorgegeben wurden, sondern dass sie lediglich Anregungen erhielten, aus denen sie kreativ eigene Ideen entwickeln konnten. So sollten sie sich zuerst die Frage stellen: „Was kann man damit machen?". Daraus entstanden dann so vielfältige Figuren, wie Menschen aus Ästen, geometrische Figuren, Masken und Mobiles. Diese sollten vor allem die beiden Elemente Herbst und Wind präsentieren. Eine Aufgabe, die die beweglichen Mobiles ohne Probleme erfüllten.
Auch die Kinder selbst konnten sich - unter dem Motto „Verkleiden mit der Natur" - ihrem eigenen Geschmack entsprechend mit den Naturmaterialien schmücken. Da gab es schließlich Röcke aus Blättern und Kronen aus Trauben, Kastanien oder Eicheln. Als Meisterwerk entpuppte sich letztendlich ein Krokodil, das einen Rücken aus Moos, Schuppen aus Tannenzapfen und Augen aus Eicheln besaß. Besonders wichtig waren dabei auch die aus Rinde bestehenden „kariösen" Zähne. „Für unsere Schüler ist es ganz wichtig, dass sie nicht schon ein vorgefertigtes Ergebnis im Kopf haben, sondern sich darauf einzulassen mitzuspielen und weg vom Üblichen zu gehen", hieß es. Erst dadurch waren solch außergewöhnliche Kreationen möglich, denn die Kinder hatten ganz schnell klare Vorstellungen davon, wie ihre Kostüme und Figuren aussehen sollten.
Da spielte es auch keine Rolle, dass die Kreationen „nur für den Moment" waren. Schließlich können sie im Gegensatz zu herkömmlichen Bastelmaterialien auch wieder problemlos entsorgt werden. Vorrangiges Ziel war nämlich, bei den Kindern einen „Sinn für die Schönheit der Natur" zu wecken, damit sie auch lernen, alle Seiten an ihr zu schätzen.
Diese Gedanken sollen sie nun auch mit nach Hause nehmen, um beim nächsten Waldspaziergang die Dinge einmal anders und intensiver wahrnehmen zu können.

Vgl. hierzu auch die Bilder auf der "Kunstseite"!