Von Cornelia Frings
Aachen. „Kreativer Herbst!" So der Name der Aktion,
die jetzt Schülerinnen der Clara-Fey-Schule gemeinsam mit Kindergartenkindern
des angrenzenden Clara-Fey-Kindergartens in Angriff nahmen. Dabei sollten
die angehenden Erzieherinnen insbesondere mit der Integration von Theorie
und Praxis vertraut gemacht werden, indem sie zusammen mit den Kindern
mit Naturmaterialien arbeiteten. Vorrang war bei diesem Projekt, die Kinder
für diese Naturmaterialien zu sensibilisieren. „Plötzlich werden
Dinge interessant, die normalerweise als Abfall gelten und weggeschmissen
werden", so Uschi Lengersdorf, Lehrerin an der Clara-Fey-Schule.
Wichtig war, dass den Kindern keine Anweisungen bei
der Gestaltung ihrer Figuren mit Ästen und Blättern vorgegeben
wurden, sondern dass sie lediglich Anregungen erhielten, aus denen sie
kreativ eigene Ideen entwickeln konnten. So sollten sie sich zuerst die
Frage stellen: „Was kann man damit machen?". Daraus entstanden dann so
vielfältige Figuren, wie Menschen aus Ästen, geometrische Figuren,
Masken und Mobiles. Diese sollten vor allem die beiden Elemente Herbst
und Wind präsentieren. Eine Aufgabe, die die beweglichen Mobiles ohne
Probleme erfüllten.
Auch die Kinder selbst konnten sich - unter dem Motto
„Verkleiden mit der Natur" - ihrem eigenen Geschmack entsprechend mit den
Naturmaterialien schmücken. Da gab es schließlich Röcke
aus Blättern und Kronen aus Trauben, Kastanien oder Eicheln. Als Meisterwerk
entpuppte sich letztendlich ein Krokodil, das einen Rücken aus Moos,
Schuppen aus Tannenzapfen und Augen aus Eicheln besaß. Besonders
wichtig waren dabei auch die aus Rinde bestehenden „kariösen" Zähne.
„Für unsere Schüler ist es ganz wichtig, dass sie nicht schon
ein vorgefertigtes Ergebnis im Kopf haben, sondern sich darauf einzulassen
mitzuspielen und weg vom Üblichen zu gehen", hieß es. Erst dadurch
waren solch außergewöhnliche Kreationen möglich, denn die
Kinder hatten ganz schnell klare Vorstellungen davon, wie ihre Kostüme
und Figuren aussehen sollten.
Da spielte es auch keine Rolle, dass die Kreationen
„nur für den Moment" waren. Schließlich können sie im Gegensatz
zu herkömmlichen Bastelmaterialien auch wieder problemlos entsorgt
werden. Vorrangiges Ziel war nämlich, bei den Kindern einen „Sinn
für die Schönheit der Natur" zu wecken, damit sie auch lernen,
alle Seiten an ihr zu schätzen.
Diese Gedanken sollen sie nun auch mit nach Hause
nehmen, um beim nächsten Waldspaziergang die Dinge einmal anders und
intensiver wahrnehmen zu können.