
Aachener Zeitung (256) vom 07.04.2005
Erste
Familienzentren sollen bald starten
„Ab Mai 2006 Pilotprojekte.“ Mit
neuen Einrichtungen soll die Arbeit der Kindertagesstätten auf eine breite
Basis gestellt werden.
AACHEN.
„Familienzentren" sind die Antwort auf fortschreitende soziostrukturelle
Veränderungen von Familien. Drei Schülerinnen der Clara-Fey-Schule beschäftigen
sich im Rahmen einer selbständigen Projektarbeit intensiv mit dieser neuen Form
von Kindertageseinrichtungen.
Schüler luden ein
Und um von der Landesregierung zu erfahren, wie sie eine Umgestaltung von
Kindertagesstätten zu Familienzentren umsetzen will, haben die Schülerinnen
und Schüler der Clara-Fey-Schule Armin Laschet, Landesminister für
Generationen, Familien, Frauen und Integration, zum Gespräch eingeladen.Mit den
neuen Zentren soll dieArbeit der Kindertagesstätten auf eine breite Basis
gestellt werden, um stärker auf die Bedürfnisse von Familien einzugehen und
sie umfassend zu unterstützen. Dafür werden bereits vorhandene Einrichtungen
genutzt und durch zusätzliche Funktionen wie Familien- und Sozialberatung,
Sprachförderung sowie frühkindliche Erziehung der Kinder unter drei Jahren
erweitert.
Ehrgeiziges Ziel
Die Schülerinnen Shila Hapf-hammer (22), Emily Keutgen (20) und Michaela
Wicke (22) haben verschiedene Kitas besucht und sind dabei auf die Problematik
der Weiterbildung von Lehrkräften gestoßen. Denn neben der bisherigen
Betreuungs- und Erziehungsarbeit wären die Lehrkräfte auch für Sprachförderung,
Beratungsarbeit im Bereich Familie und Soziales sowie für
Vermittlungsleistungen zuständig. Laschet sieht in der Einrichtung von
Familienzentren weniger ein Umsetzungsproblem, sondern vielmehr eine Chance, das
Zusammenleben von Generationen zu fördern. Und die Umsetzung solle bald
erfolgen. „Ab Januar 2006 beginnt die Suche nach geeigneten Einrichtungen, so
dass ab Mai 2006 erste Familienzentren als Pilotprojekt betrieben werden."
Kommunen und Träger stehen diesen Einrichtungen positiv gegenüber. „So könnten bis 2010 ein Drittel der Kitas in NRW - das sind etwa 3000 - zu Familienzentren umstrukturiert werden", sagt Laschet.(bde)

